Lourdes – eine Tür zum Glauben

Im Jahr des Glaubens

mit unserem Bischof

an einem besonderen Ort des Glaubens

 

Schon der Jahresplan 2013 des Bistums Görlitz hatte für die Osterwoche eine Wallfahrt nach Lourdes angekündigt, an der aus jeder Gemeinde einige Gläubige teilnehmen sollten, „die als Multiplikatoren das Erlebte weitergeben können.“

 

Im Februar bekamen dann über 40 katholische Christen aus allen Pfarreien unseres Bistums ein Schreiben des Bischöflichen Ordinariates, das mit den Worten begann:

„Von Ihrer Pfarrei wurden Sie ausgewählt, um an der Bistumspilgerfahrt nach Lourdes vom 2. – 6. April 2013 teilzunehmen.“

 

Aus unserer Gemeinde erhielt Falk Peiler dieses Schreiben.



Und so trafen sich die ausgewählten Multiplikatoren am frühen Dienstagmorgen in der Osteroktav mit ihrer aus Bischof Wolfgang Ipolt, Ordinariatsrätin Barbara Köhler und Kaplan Markus Kurzweil bestehenden Reiseleitung auf dem Flughafen Dresden-Klotzsche.

Nach dem Checkin und den üblichen Sicherheitskontrollen startete das Flugzeug zunächst in Richtung München. Dort musste in eine andere Lufthansa-Maschine umgestiegen werden, mit der die Reise bis Toulouse weiterging. Und von hier gab es einen Bustransfer nach Lourdes, jenem malerisch in den Pyrenäen gelegenen Wallfahrtsort, wo die Jungfrau Maria im Jahre 1858 dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous 18 Mal erschienen ist und sich ihr schließlich als die „Unbefleckte Empfängnis“ vorgestellt hat.

Die Grotte von Massabielle, in der das geschah, liegt in unmittelbarer Sichtweite des „Centre Assomption“, dem von der Pilgergruppe nach Ankunft in Lourdes bezogenen Quartier.

 

 

 

Hier gab es für jeden die in der Reiseinformation des Seelsorgeamtes bereits angekündigte „sehr einfache Unterkunft und Verpflegung“.



Dazu gehörte unter anderem auch, dass sich an jedem Tisch jemand fand, der das Baguette für die anderen schnitt, und dass jeder mal beim Abtrocknen helfen musste, wie man auf den Fotos sehen kann.

Der Blick auf den Heiligen Bezirk, auf die Felsengrotte von Massabielle, über der sich majestätisch die große Rosenkranzbasilika erhebt, und auf die in der Grotte entspringende Quelle, deren Wasser von vielen in der Hoffnung auf Heilung getrunken wird oder in das man sich in den angrenzenden Bädern auch eintauchen lassen kann, aber auch das Leuchten der vielen Kerzen, die an der Grotte entzündet werden und die in der abendlichen Lichterprozession von vielen Lourdes-Pilgern zum Gebet des Rosenkranzes und mit dem Gesang des bekannten Ave-Liedes getragen werden, illustrierte anschaulich die 3 Katechesen, die von Ordinariatsrätin Köhler, von Bischof Ipolt und Kaplan Kurzweil zu den Themen Felsen, Wasser und Licht gehalten wurden.

Der Fels stand dabei für Gott den Vater, der so fest und zuverlässig wie ein Felsen ist, das Wasser für Christus, die Quelle des lebendigen Wassers, und das Licht für den heiligen Geist, der unsere Herzen erleuchtet.

In den 3 Katechesegruppen kamen die Gläubigen miteinander ins Gespräch darüber, was diese Symbole für das eigene Glaubensleben bedeuten und welche persönlichen Erfahrungen sie damit gemacht haben. Auch das Bibelteilen wurde eingeübt und mit 2 speziellen Gebeten zum Heiligen Geist, die von den Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. stammen, wurde dessen Inspiration und Beistand erbeten.

 

Schon in der ersten gemeinsamen Eucharistiefeier, die Bischof Ipolt mit der Görlitzer Pilgergruppe in einer Seitenkapelle der Rosenkranzbasilika feierte, kam zum Ausdruck, dass der Glaube nicht nur eine Kopf- sondern auch eine Herzenssache sein muss.

 

Und es gibt in Lourdes viele Momente, die das Herz berühren, vor allem auch die Tatsache, dass dort die Kranken und Behinderten immer „Vorfahrt“ haben, aber auch, dass ihnen viele, oft jugendliche Helferinnen und Helfer uneigennützig und liebevoll zur Seite stehen.

Das war überall, besonders aber bei den Sakramentsandachten und auch bei der internationalen Messe in der riesig wirkenden unterirdischen Basilika St. Pius X. zu beobachten.

Diese Veranstaltungen waren immer ganz besondere Höhepunkte für unsere Pilgergruppe.

Mehrere Videoleinwände, die in der gesamten Basilika verteilt sind, ermöglichen allen Anwesenden eine gute Sicht auf das, was am Altar, am Ambo oder am Bischofssitz geschieht. Und eine Orgel, die mit beeindruckendem Klang die Gesänge in vielen Sprachen begleitet, verleiht dem Ganzen eine feierliche Atmosphäre, die man wohl einfach selbst erleben muss, weil sie mit Worten nur unzureichend wiedergegeben werden kann.

 

 

Das Banner unseres Bistums wurde bei der internationalen Messe am Mittwoch von Frau Sabine Ehme getragen,

 

 

und Frau Astrid Homagk sprach eine Fürbitte in deutscher Sprache.



Nachfolgend eine kurze Impression aus der internationalen Messe, an der unsere Pilgergruppe am 3. April 2013 teilgenommen hat:

 

Der Mittwoch, der vor dem Frühstück mit der Laudes in der Hauskapelle des Centre Assomption begonnen hatte, klang bei schönem Wetter, das während dieses Pilgerfahrt allerdings eher die Ausnahme war, mit der Teilnahme an der großen Lichterprozession aus.

 

In vielen Sprachen wurden die Geheimnisse des glorreichen Rosenkranzes gebetet und dazwischen erklang immer wieder das bekannte Wallfahrtslied von Lourdes mit dem an die Gottesmutter gerichteten dreifachen „Ave“, ein Lied, das übrigens auch im Bistumsanhang unseres Gotteslobs unter Nr. 955 in deutscher Sprache zu finden ist.

Zuvor, am Nachmittag, stand noch der Besuch des Chatout, eines kleinen Raumes, in dem die Familie Soubirous zur Zeit der Marienerschienungen wohnte, und der Mühle, in dem noch das Bett zu sehen ist, in dem die hl. Bernadette geschlafen hat, bevor sie ins Kloster ging, auf dem Programm.

 

 

Ein Blick aus dem Fenster am Donnerstagmorgen ließ dann erkennen, dass an diesem Tag auf den Regenschirm in keinem Fall verzichtet werden konnte. Das war zwar schade, konnte aber niemanden von den Görlitzer Pilgern davon abhalten, sich um 8:30 Uhr an der Grotte zu versammeln, um dort mit unserem Bischof die Heilige Messe zu feiern.

 

In seiner Predigt wies der Bischof darauf hin, dass wir uns im Jahr des Glaubens an diesem besonderen Ort des Glaubens versammelt haben, der Menschen zum Frieden führen, ihnen Heilung für Leib und Seele bringen, aber auch Mut zum Zeugnis für den Glauben geben kann.

Zum Abschluss der Messe sangen die Wittichenauer Teilnehmer dem Auferstandenen noch einen Ostergruß in sorbischer Sprache.

 

Am Nachmittag des Tages gab es einen Busausflug in das ungefähr einen halben Rosenkranz entfernte Saint Savin.

In der gotischen Abteikirche dieses Pyrenäenortes wurde dann gemeinsam die Vesper gefeiert, nachdem der strömende Regen zuvor eine kurze Pause eingelegt hatte, um den Pilgern einen kleinen Aufenthalt bei Kaffee und Kuchen in einem urigen Straßencafe zu ermöglichen, wo eine englischsprachige Pilgergruppe mit Behinderten durch ihre nicht enden wollenden Gesänge ordentlich Stimmung verbreitete.

Auf der Rückfahrt beteten alle den zweiten Teil des Rosenkranzes.

Auch wenn zuvor gerade alle an der Vesper teilgenommen hätten, bräuchte nun trotzdem niemand eine „Gnadenvergiftung“ befürchten, kommentierte Kaplan Kurzweil das stramme Gebetsprogramm in seiner kurzweiligen Art.

Mancher war schon etwas wehmütig, als am Freitag die heilige Messe in der Hauskapelle begann, denn am nächsten Tag mussten ja schon wieder die Koffer gepackt werden.

 

Kaplan Markus Kurzweil sprach über das Evangelium von der Erscheinung des Auferstandenen am See von Tiberias und forderte dazu auf, das Netz immer – wie von Jesus empfohlen – „auf der rechten Seite“, der Seite Gottes, auszuwerfen, auch wenn unsere Bemühungen zunächst erfolglos erscheinen.

 

Vor dem Schlusssegen durften Kerzen, Rosenkränze und andere Gegenstände, die die Pilger mit nach Hause nehmen wollten, vor den Altar gestellt werden, wo sie der Bischof segnete.

 

Am Freitagnachmittag machten sich dann alle Pilger gemeinsam mit dem Bischof auf den Weg zur Rosenkranzbasilika, in deren Nähe sich ein großer Kreuzweg mit überlebensgroßen Figuren befindet. Dieser wurde in der Gruppe abgeschritten und gebetet.

Zuvor hatte Kaplan Kurzweil an verschiedene Teilnehmer Texte ausgeteilt, die an den jeweiligen Stationen vorgetragen wurden.

 

Auch Petrus hatte ein Einsehen, denn das Wetter hielt sich genau bis zur letzten Station von der Auferstehung Christi.

 

Nachfolgend ein Videoclip mit Bildern der Kreuzwegstationen in Lourdes:

Zur Auswertung der erlebnisreichen Wallfahrt waren am Abend des letzten Tages alle Pilger in das dem Quartier benachbarte Auxilium eingeladen, wo von den Schwestern ein üppiger Imbiss vorbereitet war, bei dem dann gemeinsam mit dem Bischof auf das Erlebte zurückgeblickt wurde.

Der Bischof sagte, wer in seiner Pfarrgemeinde auf Widerstände stößt, wenn er die Impulse dieser Pilgerfahrt in das Gemeindeleben vor Ort einbringen will, der könne sich auf ihn berufen, denn er habe bereits den Pfarrern gesagt, dass er die folgenden 3 Sätze nicht mehr hören möchte: 

 

„Das geht bei uns nicht."


"Das hat es ja noch nie gegeben."

 

und:

 

"Das hat keinen Zweck.“

So ermutig ging es dann am frühen Samstagmorgen wieder auf die Heimreise. 

Der mehrstündige Zwischenstopp in Frankfurt am Main wurde zur abschließenden Feier einer heiligen Messe in der Flughafen-Kapelle genutzt.

Allen Teilnehmern an der Bistumswallfahrt nach Lourdes, so meinte Bischof Ipolt, ginge es nach den vergangenen Tagen in Lourdes nun wohl so ähnlich wie den Aposteln Petrus und Johannes, die einst sagten:

 

„Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg 4, 20)

Deshalb sei jeder Wallfahrer dazu aufgerufen, in den jeweiligen Heimatgemeinden Grüße des Bischofs zu übermitteln und mit den zu Hause gebliebenen über das Erlebte ins Gespräch zu kommen.

 

Nach der Verabschiedung auf dem Dresdener Flughafen am Samstagabend klang wohl bei jedem noch das in diesen Tagen oft gesungene Lied im Herzen nach:

„Wer glaubt, ist nie allein!“

Zum Schluss das Gruppenfoto noch mal in 2 Teilen,

damit man sich besser erkennen kann: