Im Rahmen des Jahres des Glaubens

fand am 15.01.13 in Luckau der erste von insgesamt 4 Credo-Abenden unseres Dekanates statt.

 

Prälat Stefan Dybowski aus Berlin sprach in der gut gefüllten Christkönigs-Kirche von Luckau über das Thema:

 

"Wir glauben an den einen Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

der alles erschaffen hat."

Vor dem Altar war die auf dem folgenden Foto zu sehende Bildwand aufgestellt, mit der die Inhalte des Glaubensbekenntnisses, um die es auch in den noch folgenden Credo-Abenden unseres Dekanates gehen soll, anschaulich illustriert wurden.

Nachdem Pfarrer Marecik den Referenten und alle anwesenden Gäste begrüßt hatte, wurde zur Einstimmung auf den Abend gemeinsam das Lied:

 "Was immer betend ihr erfleht,

habt Glauben und Vertrauen..."

(GL 832)

gesungen.

 

Dann erklärte Prälat Dybowski den aufmerksamen Zuhörern am Beispiel biblischer Geschichten, wie man sich Gott, den Vater, vorstellen kann.

 

Zunächst sei er ein Gott, mit dem man reden könne, auch wenn man selber nicht immer dazu bereit ist.

 

Dies komme besonders in der Geschichte von Adam und Eva zum Ausdruck, die sich, nachdem sie gesündigt hatten, vor Gott versteckten, um nicht mit ihm reden zu müssen - vielleicht eine uns gar nicht so unbekannte Situation.

Gott, der Vater, sei aber auch einer, so führte Prälat Dybowski in seinem Vortrag weiter aus, der aus Liebe schon einmal schwach werden kann.

Dafür sei die biblische Geschichte von Jona ein gutes Beispiel.

Nachdem er sich zunächst geweigert hatte, nach Ninive zu gehen und die Bewohner dieser Stadt zur Umkehr aufzurufen, war er dann ärgerlich, als Gott das von ihm angekündigte Urteil nicht vollstreckte, weil die Leute ihre Sünden bereuten und sich besserten.

Illustriert werde das "Schwachwerden Gottes" u.a. durch die Begebenheit mit dem Rizinusstrauch. Dessen Verdorren tat Jona leid und der Herr sagte zu ihm:

„Dir ist es leid um den Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast.

Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen.

Mir aber sollte es nicht leid sein um Ninive, die große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben…“ (Jona 4, 10 f.)

 

Schließlich sei Gott auch im wahrsten Sinne des Wortes „sympathisch“, denn "Sympathie" bedeute ursprünglich „mitleiden“.

Ausgehend von der biblischen Geschichte, die davon berichtet, dass Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollte, erklärte Prälat Dybowski, dass diese Schilderung im eigentlichen Sinne als ein Bild für das Opfer Jesu am Kreuz verstanden werden könne.

Und dies veranschauliche besonders gut, wie Gott mit-leidet.

 

Als Illustration dafür zeigte Prälat Dybowski das folgende Gemälde von Coter de Colijn mit dem Titel "Der Gnadenstuhl", das an die 14. Kreuzwegstation erinnere.

Coter de Colijn - Gnadenstuhl

Anstelle der Mutter Jesu sei hier jedoch Gott Vater derjenige, in dessen Schoß der gekreuzigte Sohn gelegt wird.

Ricarda Huch (1864 - 1947)

Abschließend verwies Prälat Dybowski noch auf Gott als den liebevollen Schöpfer der Natur.

 

Dazu trug er das Gedicht

 

„Der Feuersalamander“


von Ricarda Huch vor, das eine poetische Erklärung dafür gibt, wie Gott dem von ihm im „Schaffensüberquellen“ erschaffenen schwarzen Tier zu seinen leuchtend farbigen Flecken verhalf:

 

 

Als der Herr in seinem Lichte glühend durch die Welten fuhr

und das Höllentor verpichte, blieb ihm eine Klebespur.

 

Rasch, im Schaffensüberquellen formt er aus dem schwarzen Brei
einen kleinen Waldgesellen, dass er Salamander sei.

 

„Höllenschwarz, ihr hübschen Dinger?“

Vatersorglich, lusterfüllt
taucht er den beperlten Finger

in die Glut, die ihn umhüllt,

 

und betupft den schwarzen, blanken,

stummen Schelm mit ew’gem Licht.
Schön von göttlichen Gedanken

leuchtet oft der ärmste Wicht.

 

Im folgenden Videoclip können wir den "betupften Waldgesellen" noch einen Moment lang in freier Natur beobachten:

 

Zum Abschluss des Abends sangen dann alle gemeinsam das Lied

"Meine Zeit steht in deinen Händen".

 

Prälat Dybowski begleitete den Gesang auf seinem Akkordeon.

 

 

Im folgenden Videoclip wird dieses schöne Lied vom österreichischen Chor ConTakt gesungen: