Info 05 (vom 12.12.15 bis 05.06.16)

weiter unter Info 06

 

„Denn du hast

meine Nieren bereitet.“

 

(Psalm 139, 13a LÜ)

Am 4. Juni 2016 fand der Tag der Organspende auf dem Marienplatz in München statt.

Jedes Jahr wird die zentrale Veranstaltung zum Tag der Organspende in einem anderen Bundesland ausgerichtet. Möglichst viele Menschen sollen auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht und zu einer Entscheidung motiviert werden.

Traditionell wird der Tag der Organspende mit einem Ökumenischen Dankgottesdienst begonnen. Im Anschluss gibt es meist ein Bühnenprogramm, Infozelte werden eröffnet und neben abwechslungsreichen Musikdarbietungen und informativen Talkrunden, besteht immer auch die Möglichkeit für persönliche Gespräche. 

Auch in der Luckauer Nikolaikirche gab es am Sonntag, dem 5. Juni 2016, eine Veranstaltung zum Tag der Organspende, die mit einem festlichen Gottesdienst begann, an dem unter anderem Frau Dr. Ulrike Wolf teilnahm.

 

Die Ärztin für innere Medizin mit dem Schwerpunkt für Nierenkrankheiten und Dialyse im Nephrologicum Lausitz in Cottbus sagte in ihrem Grußwort unter anderem:

 

„Organspende ist richtig, wichtig und lebenswichtig.

 

Richtig, weil dadurch im letzten Jahr über 3000 Menschen in Deutschland die Chance auf ein neues Leben geschenkt wurde.

 

Wichtig, weil durch die seit 4 Jahren geltende erweiterte Zustimmungslösung jeder seine Bereitschaft zur Organspende dokumentieren kann.

 

Und lebenswichtig, weil noch etwa 12 000 Menschen in Deutschland auf ein Transplantat warten, von denen 3 – 5 täglich sterben.“

 

Schließlich appellierte sie an alle Anwesenden:

 

„Wir hoffen, dass wir Sie mit dem heutigen Gottesdienst sensibilisieren und aufrütteln, dieses Thema in Ihren Familien oder Ihrem Freundeskreis einmal zu besprechen und zu einer Entscheidung zu kommen.“

Aus christlicher Sicht ist das Thema „Organspende“ sicher nicht unumstritten, aber bereits 1990 gaben die katholische Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirchen in Deutschland eine gemeinsame Erklärung heraus, in der die Organspende wie folgt befürwortet wurde:

 

„Nach christlichem Verständnis  ist das Leben und damit der Leib ein Geschenk des Schöpfers, über das der Mensch nicht nach Belieben verfügen kann, das er aber nach sorgfältiger Gewissensprüfung aus Liebe zum Nächsten einsetzen darf.“

 

Pfarrer Erichsen, der selbst nierenkrank ist und eine Dialysebehandlung hinter sich hat, berichtete in seiner Predigt während des Gottesdienstes in Luckau, wie sich seine Lebensqualität verbessert hat, als ihm eine Niere transplantiert wurde. Auch das Hadern mit Gott wegen seines Schicksals wurde durch Dankbarkeit für die neue Lebenschance ersetzt.

Deshalb warb er für den Organspendeausweis.

Es reiche nicht aus, zu sagen „eigentlich – sollte – man – mal“, denn das sei eine viermalige Verneinung.

 

Und so forderte Pfarrer Erichsen alle auf:

 

„Entscheiden wir uns jetzt und signalisieren wir in unserem Umfeld, dass wir Organspender sein wollen und tragen wir den Ausweis bei uns!“

Zum Schluss des Gottesdienstes gab es noch die Möglichkeit, persönliche Anliegen aufzuschreiben und diese „Wunschzettel“ auf einen Tisch zu legen, wo man auch eine Kerze anzünden konnte, um dem Anliegen einen anschaulichen symbolischen Ausdruck zu verleihen.

 

„Denn Du hast meine Nieren bereitet“, so betete schon der Psalmist.

 

Und er dankte damit Gott, dass er für dieses wichtige Organ viel Mühe aufgewendet hat.

Heute gibt es zahllose Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, und für viele ist es die letzte Hoffnung. Bei einigen kommt solche Hilfe zu spät, weil kein passender Spender gefunden wird.

 

Ein gespendete Niere kann die Lebensqualität eines Dialysepatienten so stark verändern, dass er sich wie neugeboren  fühlt, so dass der Betroffene ähnlich wie der Psalmist beten kann:

 

„Du hast mir eine neue Niere geschenkt.“

Deshalb sollte jeder darüber nachdenken, ob er sich nicht doch dazu durchringen möchte, Organspender zu werden, um so im Ernstfall dazu beitragen zu können, Leben zu retten und zu erhalten.

 

Ernst Steppan, Golßen

Als Helfer beim 100. Katholikentag

Vom 25. – 29.05.2016 fand in Leipzig der 100. Katholikentag statt, der unter dem Motto stand: „Seht, da ist der Mensch!“

Schon im Vorfeld wurden Helfer gesucht, damit eine Veranstaltung solcher Größenordnung gut gelingen kann.

 

Aus unserer Pfarrei hatte sich Ernst Steppan als Helfer gemeldet.

 

Er berichtet über seine Erlebnisse wie folgt:

 

 

 

Umweltbewusst machte ich mich mit der Bahn auf den Weg nach Leipzig. Dort angekommen, suchte ich zunächst die auf der Anmeldung angegebene Zentrale, wo ich und die anderen Helfer eingekleidet wurden, damit wir auch von jedem als solche erkannt werden konnten.

Der erste Einsatz in meiner neuen Bekleidung war dann die Eröffnungsfeier auf dem Markt.

 

 

Zuvor blieb noch Zeit für eine Tasse Kaffee.  

 

Dabei bekam ich schon bald prominente Gesellschaft und zwar den Bischof von Utrecht, Mgr. Theodorus Cornelis Maria Hoogenboom.

 

 

 

Danach ging es an die Arbeit. Zum Beispiel mussten Rettungsgassen freigehalten und, als sich der Veranstaltungsort gefüllt hatte, auch Blöcke „dichtgemacht“ werden, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.

 

Nach einer musikalischen Einstimmung mit Liedern wie „Ich lobe meinen Gott“ und „Wo Menschen sich vergessen“ ergriff Bundespräsident Joachim Gauck das Wort und sagte unter anderem, er freue sich zu diesem besonderen Jubiläum in Leipzig sein zu können und zwar nicht nur als Bundespräsident sondern auch als einer von vielen evangelischen Mitchristen, die hierhergekommen seien.

Im Rückblick auf die Geschichte der Katholikentage sagte er beispielsweise:

„Schauen wir zurück: Die katholischen Männer, die sich 1848 in Mainz zum ersten Katholikentag getroffen haben, die hätten sich gewiss nicht träumen lassen, was heute und in den kommenden Tagen hier in Leipzig geschieht. … die Männer von 1848 in Mainz hätten zum Beispiel darüber gestaunt, wie aktiv und selbstverständlich beim 100. Katholikentag die Frauen dabei sind – und dass sich heute längst niemand mehr darüber wundert.“

 

Bald darauf gab es eine große Überraschung – die Videobotschaft von Papst Franziskus in deutscher Sprache, die von Beifall begleitet wurde.

Unter anderem sagte der Papst:

 

Seht, da ist der Mensch! – unter diesem Leitwort habt Ihr Euch versammelt. Das zeigt sehr schön, worauf es ankommt. Es ist nicht das Machen oder der äußere Erfolg, der zählt, sondern die Fähigkeit, stehen zu bleiben, hinzuschauen, aufmerksam zu sein gegenüber dem Mitmenschen und ihm zu geben, was ihm wirklich fehlt.“

 

 

Auch unser Bistum Görlitz war mit einem Stand vertreten und die jugendlichen Sänger, die wir noch von der Bistumswallfahrt 2015 in guter Erinnerung haben, erfreuten mit ihrer Musik und geistlichen Texten.

Danach begab ich mich auf Quartiersuche und wurde schnell fündig. Nach einer heißen Dusche und dem Nachtgebet bettete ich mich auf der Isomatte im Schlafsack zur Ruhe, denn am nächsten Morgen stand der Einsatz bei der Messfeier zum Fronleichnamfest auf dem Programm.  „Seht, da ist der Mensch mit seinem Hunger nach mehr“ – war das Thema.

 

Früh um 7:00 Uhr trafen wir uns auf dem Augustusplatz und wurden in unsere Aufgaben eingewiesen.

Um 10.00 Uhr begann dann die Messfeier mit den vielen angereisten Bischöfen aus den verschiedenen Bistümern.

 

Die biblischen Lesungen wurden aus dem „Codex Lipsiensis“ vorgetragen.

Zum 1000. Jahrestag der Ersterwähnung der Stadt haben die Leipziger im Dezember 2015 die gesamte Bibel mit der Hand abgeschrieben.

Die evangelische Stadtjugendpfarrerin Grit Markert trug die Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther Kap. 11, 23-26 vor,  

 

das Evangelium des Tages handelte von der Speisung der 5000 durch Jesus

 

und Erzbischof Heiner Koch hielt die Predigt.

"Muten Sie Gott Ihre Sehnsucht zu!", sagte der Erzbischof, denn wer sich auf Gott einlasse, werde suchen und mit Gott immer neue Lernerfahrungen machen. Grundvoraussetzung eines christlichen Sehens sei aber die Bereitschaft, ihn und die Menschen immer neu kennenzulernen - und dann zu handeln.

 

Während der Kommunionausteilung segneten sich der katholische Propst Gregor Giel und die evangelische Jugendstadtpfarrerin Grit Markert gegenseitig, denn der Segen über die Kirchengrenzen hinweg ist ein Zeichen der Einheit.

 

Für mich gab es auch noch eine freudige Begegnung mit Frau Klopsch, die mich bei meiner Helfertätigkeit antraf.

 

Abends fand dann noch “Light of Christ“ – ein Stationsweg zu Fronleichnam statt.

 

Damit war mein Einsatz beim 100. Katholikentag in Leipzig beendet.

 

Es bleibt die Erinnerung an anstrengende aber vor allem erlebnisreiche Tage, die von vielen Begegnungen und interessanten Gesprächen geprägt waren und für mich auch eine persönliche Stärkung im Glauben bedeuten.

Einkehrtag für Männer des Bistums in Finsterwalde

Auch in diesem Jahr trafen sich wieder Männer aus verschiedenen Pfarreien zu einem Einkehrtag, der am 24. April 2016 in Finsterwalde stattfand.

Das im Zusammenhang mit dem von Papst Franziskus ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit stehende Thema dieses Einkehrtages lautete:

 

 „Geteilte Sachen sind keine halben Sachen – Barmherzigkeit als Baustein für eine zukünftige Kirche“.

Nach einem kurzen Stehkaffee und der Begrüßung aller angereisten Männer durch den Seelsorgeamtsleiter Ordinariatsrat Markus Kurzweil, gab der als Gast aus Berlin gekommene Domkapitular Dr. Stefan Dybowski, der übrigens im Jahre 2013 in Luckau einen der Credo-Abende zum Jahr des Glaubens gestaltet hatte, einen geistlichen Impuls. Er sprach über die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit und hatte natürlich wieder sein Musikinstrument dabei, so dass mit seiner Begleitung auch kräftig gesungen werden konnte.

 

Anschließend gingen alle Männer aus dem Gemeindehaus in die benachbarte Pfarrkirche, um gemeinsam mit der Finsterwalder Gemeinde die Sonntagsmesse zu feiern.

Danach, um 12:30 Uhr, hatten die Küchenfrauen bestens für das leibliche Wohl gesorgt und es gab für die Teilnehmer des Einkehrtages zum Mittag eine deftige Gulaschsuppe.

 

So gestärkt ging es im Gemeindehaus mit dem Programm weiter, wo Domkapitular Dr. Stefan Dybowski einen interessanten Vortrag hielt, in dem unter anderem die hl. Elisabeth von Thüringen und das bekannte „Rosenwunder“ ein Thema war.

 

Obwohl es ihr von ihrem Mann verboten worden war, ging die hl. Elisabeth mit einem Deckelkorb, der mit Brot für die Armen gefüllt war, von der Burg in den Ort. Ihr Mann Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths „Verschwendung“ aufgehetzt, trat seiner Frau mit der Frage entgegen: „Was trägst du da?“ Sie deckte den Korb auf und es waren nur noch Rosen im Korb zu sehen.

Aber auch andere Beispiele von Heiligen, die in ihrem Leben anderen gegenüber Werke der Barmherzigkeit vollbrachten, kamen zur Sprache, so z.B. der hl. Don Bosco, der sich zu seiner Zeit vor allem um arme und benachteiligte Jugendliche kümmerte.

Prälat Dybowsky zitierte auch noch die folgenden Verse aus dem Gedicht „Legende vom Hufeisen“ von Johann Wolfgang von Goethe:

 

Dann sprach der Herr mit Heiterkeit:
"Tätst du zur rechten Zeit dich regen,
Hättst du's bequemer haben mögen.
Wer geringe Dinge wenig acht't,
Sich um geringere Mühe macht."

 

 

Anschließend gab es noch eine interessante Gesprächsrunde, in der viele aktuelle Fragen, die mit dem Thema „Barmherzigkeit“ in Verbindung stehen, diskutiert wurden, so z.B. die Situation der Flüchtlinge.

 

Den Abschluss des diesjährigen Einkehrtages für die Männer unseres Bistums bildete der Eucharistische Segen in der Finsterwalder Pfarrkirche.

 

So gesegnet und im Glauben gestärkt fuhren alle wieder nach Hause.

Geistliche Impulse zur Fastenzeit von Bischof Wolfgang Ipolt am 8. März 2016 in Luckau

Ernst Steppan berichtet:

 

Der Vortrag, den der Bischof am

8. März 2016 in Luckau gehalten hat, war gut besucht, so dass der Gemeinderaum nicht genügend Platz bot und in die Kirche ausgewichen werden musste.

 

Zu dem Thema des Vortrags „Sünder zurechtweisen –

ein Werk der Barmherzigkeit?“

sagte der Bischof, dass dies ein Thema sei, über das man nicht gerne spricht.

 

Desweiteren sagte er unter anderem, das Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das die katholische Kirche 2016 begeht, erinnere an eine Grundhaltung Gottes und des Menschen.

Das lateinische Wort für Barmherzigkeit heißt „misericordia“.

 

Dies bedeute frei übersetzt, man solle „ein Herz für die Armen haben“.

 

Papst Franziskus hat alle Diözesen der Welt eingeladen, ein "Jahr der Barmherzigkeit" zu feiern, das eine Zeit der Gnade für die Kirche sein und den Gläubigen helfen solle, ihr Zeugnis stärker und wirkungsvoller zu machen.

 

Der Bischof wies auf zwei Formen der Barmherzigkeit hin. Zunächst seien es die Werke der leiblichen Barmherzigkeit.

Dazu gehören, wie es vor allem das Matthäus-Evangelium in Kap. 25 beschreibt:

 

Hungrige zu speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde zu beherbergen, Nackte zu bekleiden, Kranke zu pflegen, Gefangene zu besuchen und Tote bestatten.
 

Hinzu kämen dann aber noch die geistlichen Werke der Barmherzigkeit:

 

Unwissende zu lehren, Zweifelnden recht zu raten, Betrübte zu trösten, Sünder zurechtzuweisen, jene, die uns lästig sind, geduldig zu ertragen, denen, die uns beleidigen, gern zu verzeihen sowie für die Lebenden und für die Verstorbenen zu beten.

 

Jesus sagte lt. Matthäus 7, 1 – 5:

„Verurteilt niemand, damit auch ihr nicht verurteilt werdet. Denn so, wie ihr über andere urteilt, werdet ihr selbst beurteilt werden, und mit dem Maß, das ihr bei anderen anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden. 

 

Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ›Halt still! Ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen‹ – und dabei sitzt ein Balken in deinem eigenen Auge? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehen.“

 

Jesus sagt lt. Lukas 17, 3: „Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht…”

 

Wenn wir also aus Glauben und Verantwortung füreinander die “correctio fraterna”, die geschwisterliche Zurechtweisung, üben, dann wäre dies ein Zeichen dafür, dass die Hirtenliebe Christi in uns lebendig sei.

Nun gäbe es freilich verschiedene Motivationen, dem Mitmenschen einen Fehler vorzuhalten und nicht selten geschähe dies auch aus Kritiksucht, Groll oder Rechthaberei.

 

Doch eine sanfte und gütige Zurechtweisung sei eine Form gelebter Nächstenliebe.

 

Der Bischof ging dann noch auf die fremdenfeindlichen Vorgänge in Clausnitz und Bautzen ein und sagte, was dort geschehen sei, mache ihn als Bischof des Bistums Görlitz betroffen und nachdenklich.

 

Wörtlich sagte er:

 

„Derzeit müssen wir uns wohl den Vorwurf Jesu gefallen lassen, den er in der Gerichtsszene des Evangeliums so ausdrückt: Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen.“

 

Wir sollten als Christen weiterhin mutige Zeichen des Willkommens und der Nächstenliebe setzen – auch um des guten Rufes unseres Volkes willen.

 

Im Anschluss gab es dann die Möglichkeit zur Diskussion und davon wurde reger Gebrauch gemacht.

 

Es war für wohl für alle Beteiligten ein Abend, der ihnen in guter Erinnerung bleibt und zugleich eine geistige Stärkung für den Umgang mit unseren Nächsten war.

5. März 2016 – Katechese in Neuzelle

Im Rahmen des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahres des Barmherzigkeit fand am 5. März 2016 in Neuzelle eine Katechese statt, an der Mitglieder aus allen Gemeinden des Dekanates Lübben-Senftenberg teilnahmen.

Sie wurden zunächst begrüßt durch den Seelsorgeamtsleiter, Ordinariatsrat Markus Kurzweil, und die Beauftragte des Bistums für die Missionarische Pastoral, Gabriele Kretschmer.

 

Markus Kurzweil wies zu Beginn auf die Bedeutung des Wortes „Barmherzigkeit“ und des ihm zugrunde liegenden lateinischen Wortes „misericordia“ hin.

 

Man könne es auch kurz auf den Punkt bringen und sagen:

Barmherzigkeit bedeutet, ein Herz für die Armen zu haben.

 

Im weiteren Verlauf des einleitenden Vortrags wurden Beispiele aus dem Neuen Testament für die Beschreibung der göttlichen Barmherzigkeit genannt, z.B. die bekannten Gleichnisse vom verlorenen Sohn (bzw. vom barmherzigen Vater), vom barmherzigen Samariter u.a.

Doch auch schon im Alten Testament finden wir deutliche Hinweise auf die Barmherzigkeit Gottes, z.B. bei Abraham oder bei der Geschichte über die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Knechtschaft.

 

Im zweiten Teil der Katechese fand man sich zu Gruppengesprächen zusammen, um das Bild „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ von Pieter Brueghel dem Jüngeren, gemalt zwischen 1616 und 1638 in Ulm, zu betrachten ...

... und sich Gedanken über das 25. Kapitel des Matthäusevangeliums Verse 31 – 46 zu machen.

 

Es handelt sich dabei um die Schilderung des Jüngsten Gerichtes, bei dem der Herr die Menschen danach beurteilt, wie sie ihre Mitmenschen, in denen sie Jesus begegnet sind, behandelt haben, denn Jesus sagt:

„Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.“
 

In den Gesprächskreisen wurde dann diese speziell die in der Bibel genannten Werke der Barmherzigkeit aus heutiger Sicht besprochen.

 

Anschließend gab es für die Teilnehmer eine kurze Pause, in der sich alle bei einer schmackhaften Kartoffelsuppe auch leiblich stärken konnten, bevor die Katechese mit einem Bußgottesdienst in der Stiftskirche ihren Abschluss fand, ...

...

wo verschiedene Stationen,

 

wie z.B. der Kreuzaltar,

 

das Deckenbild von Jona und dem Wal

mit der Stadt Ninive.

oder

 

das Taufbecken

 

im Mittelpunkt der Betrachtung standen.

 

Hier gab es dann

auch die Möglichkeit

zum Empfang des

Bußsakraments

und damit eine Chance,

die Barmherzigkeit Gottes

in Jesus Christus

ganz persönlich

an sich zu erfahren.

Am 8. März kommt unser Bischof nach Luckau

Bischof Wolfgang Ipolt besucht in der diesjährigen Fastenzeit verschiedene Gemeinden des Dekanats Lübben-Senftenberg und hält dort jeweils um 19 Uhr Vorträge zu den Themen

 

„Bekehrung“

(in Lübben am 24.02.16),

 

„In Reue und Demut“

(in Großräschen am 02.03.16)

 

und

 

„Sünder zurechtweisen“

(in Luckau am 08.03.16).

Ernst Steppan aus Golßen war beim ersten Abend in Lübben dabei und berichtet, um uns auf den Vortrag in Luckau neugierig zu machen, folgendes darüber:

 

„Zu Beginn sagte der Bischof, sonst käme er immer zu besonders freudigen Ereignissen, wie die Firmung eines ist, in die Gemeinden, diesmal jedoch wolle er geistliche Impulse für die Fastenzeit geben.

 

Ausgehend von einem anschaulichen Beispiel, das jedem Autofahrer bekannt ist, nämlich dem sog. Navi(gattionsgerät), brachte der Bischof den Anwesenden das Thema „Bekehrung / Umkehr“ nahe, das ja sowohl im Evangelium als auch im Leben der Heiligen eine große Rolle spielt.

 

Die momentan immer populärer und erschwinglicher werdenden Navigationssysteme für Autos leiten ihre Besitzer mit freundlichen Worten hin zu Ziel.

 

Wenn man sich dennoch verfährt und aus irgendwelchen Gründen in eine Sackgasse gerät, ertönt eine freundliche Stimme und sagt: ‚Wenn möglich, bitte wenden!’

 

Jeder, der zu Beginn der Fastenzeit das Aschenkreuz empfangen hat und dabei die Worte hörte: ‚Bekehrt euch …’ , erkannte sogleich die Verbindung zum geistlichen Leben.

 

Nun freuen wir uns schon auf den Besuch unseres Bischofs am 8. März 2016 in Luckau, wo er um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema

Sünder zurechtweisen – ein Werk der Barmherzigkeit?

halten wird.“

Jubiläumswallfahrt nach Philippsdorf/Filipov

Zum 150. Mal jährte sich am 13. Januar 2016 der Jahrestag der Marienerscheinung im Wallfahrtsort Filipov (Philippsdorf) in Tschechien, das unmittelbar an das sächsische Neugersdorf angrenzt. Hunderte Wallfahrer aus nah und fern hatten sich aus diesem Anlass auf den Weg zur dortigen Basilika gemacht, die auch als "böhmisches Lourdes" gerühmt wird, darunter auch einige Wallfahrer aus unserer Pfarrei zusammen mit Pfarrer Marecik.

 

Nach einer Heiligen Messe und einer leiblichen Stärkung ging für diese die Fahrt am 12.01.2016 unter dem Segen Gottes los.

 

Auch unser Bischof Wolfgang Ipolt war eigens zum 150. Jubiläum der Marien-erscheinung, die am 13. Januar 1866 morgens um 4 Uhr einer jungen Frau namens Magdalena Kade zuteil wurde, nach Philipsdorf gekommen, um hier vor Ort und zur selben Zeit gemeinsam mit dem Bischof der tschechischen Diözese Leitmeritz, Jan Baxant, die Eucharistie zum Gedenken an jenes Ereignis zu feiern, das sich 2016 zum 150. Male jährt.

Damals sah die besagte Magdalena Kade (1835 – 1905), die seinerzeit todkrank war, in einer Vision die Gottesmutter Maria, die zu ihr sagte: „Kind, von jetzt an heilt’s.“

Darauf hin besserte sich ihr Zustand und sie wurde wieder gesund.

 

Bischof Ipolt ging in seiner Predigt darauf ein und sagte:

 

Es gibt Augenblicke im Leben, die vergisst man nicht. Da kann man noch genau den Pflasterstein zeigen, wo das passiert ist oder die Uhrzeit nennen.

So ist das auch hier und heute: 13. Januar 1866 – 4:00 Uhr – vor genau 150 Jahren wird die junge Frau Magdalena Kaden geheilt als ihr die Mutter Gottes erschien und seitdem versammeln sich an diesem Ort zur gleichen Stunde gläubige Menschen, die die dieses Ereignis nicht vergessen wollen.

Gott ist ein naher Gott. Das haben wir an Weihnachten gerade gefeiert. Er ist ein Immanuel – Gott mit uns! Und wenn Maria „Mutter der Kirche“ und „Heil der Kranken“ genannt wird, dann drückt das doch aus, dass sie es für immer bleibt.

Der Tag, die Uhrzeit, der Ort – das alles sind die „Haltegriffe“, damit wir die eine Großtat nicht vergessen – und daran erinnert man sich am besten in einer großen Gemeinde wie dieser, die heute hier versammelt ist.

 

 

 

Die Messe

wurde auch

vom tschechischen Fernsehen übertragen.

Zugleich jährte sich am 13. Januar 2016 übrigens auch zum 70. Mal die Gründung der Ackermann-Gemeinde mit Sitz in München, die sich seit dem Ende des 2. Weltkrieges für die Aussöhnung von Deutschen, Tschechen und Slowaken einsetzt, die sich in der Zeit der deutschen Besatzung aber auch in den Jahren der Flucht und Vertreibung danach gegenseitig viel Unrecht und Leid zugefügt hatten.

 

Um 9 Uhr nahm die kleine Pilgergruppe aus unserer Pfarrei dann noch an einer Messe in deutscher Sprache teil, die vom Altbischof des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, zelebriert wurde, ...

... der nach dem Gottesdienst noch Zeit fand, sich gemeinsam mit unseren Pilgern für ein Gruppenfoto ablichten zu lassen.

Allen, die aus der Pfarrei Luckau mit ihren Kirchorten an dieser Jubiläumswallfahrt teilgenommen haben, wird dieses Ereignis noch lange in Erinnerung und somit der von Bischof Ipolt erwähnte „Haltegriff“ bleiben, an dem man sich festhalten kann, wenn man daran zurückdenkt, auch wenn zu Hause nicht immer solche Festtagsstimmung herrscht.

Eröffnung der Heiligen Pforte in Neuzelle

Schon in seinem Brief zum Advent und zum Weihnachtsfest 2015 hatte unser Bischof im Zusammenhang mit dem von Papst Franziskus zum 8. Dezember 2015 ausgerufenen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit angekündigt:

 

„… es soll in jedem Bistum eine Heilige Pforte der Barmherzigkeit geben, die der Bischof für seine Gläubigen öffnet.

Für unsere Diözese werde ich die Heilige Pforte am 12. Dezember 2015 in Neuzelle in unserer Wallfahrtskirche öffnen.“

Dazu fand am Samstag, dem 12.12.15, um 16 Uhr ein Pontifikalgottesdienst statt, an dem auch Vertreter aus unserer Pfarrei teilnahmen.

 

 

Der besondere Öffnungsritus einer Heiligen Pforte, der am Beginn eines Heiligen Jahres vollzogen wird, soll für die Gläubigen ein Zeichen sein, dass Jesus Christus die Tür ist, die zum Heil führt und für jeden offen steht.

 

 

In der Neuzeller Wallfahrtskirche wurde für diesen Zweck das linke Eingangstor ausgewählt, dem gegenüber sich ein von vielen bisher vielleicht übersehenes Bild des barmherzigen Vaters befindet, das eine Illustration zum biblischen Gleichnis Jesu „vom verlorenen Sohn“ darstellt.

In einem dem Öffnungsritus der Heiligen Pforte vorausgehenden bewegenden Wortgottesdienst bereitete Bischof Ipolt die Gläubigen auf das Ereignis vor, wozu auch das gemeinsame Taufgedächtnis gehörte.

 

In seiner Predigt sagte der Bischof unter anderem:

 

„Diese Pforte ist für mich auch ein Bild für das offene Herz Gottes, das jeden Menschen umfangen und empfangen will. …

Gott sehnt sich danach, uns seine Barmherzigkeit zu schenken.

Dieses Geschenk anzunehmen – darum geht es zu allererst in diesem Jahr der Barmherzigkeit!“

 

Und weil dazu auch der Empfang des Sakramentes der Buße gehört, stellte der Bischof die Frage:

 

„Ob nicht dieses Heilige Jahr uns allen einen neuen Zugang zu diesem Sakrament des Erbarmens schenken könnte?“

 

Deshalb wurde auch eine kleine Gewissenserforschung vorgetragen, die jedem helfen kann, sich gut auf das Bußsakrament vorzubereiten.

In einer Prozession begaben sich anschließend alle zur Heiligen Pforte, die vom Bischof dann mit einem Gebet unter Verwendung von Weihrauch und Weihwasser feierlich eröffnet wurde.

 

“Lasst uns durch die Heilige Pforte ziehen und Gottes Barmherzigkeit erfahren. Gehen wir bewusst und betend hindurch.”,

sagte der Bischof.

Ernst Steppan hat für uns ein Video von der Eröffnung der Heiligen Pforte aufgenommen, das nachfolgend angeschaut werden kann.