Bischofsbrief zum Advent 2013

 

Unser Bischof Wolfgang Ipolt hat auch in diesem Jahr wieder einen Adventsbrief geschrieben, der zwar hauptsächlich für kranke und ältere Gemeindemitglieder bestimmt aber dennoch auch für alle anderen lesenswert ist.



Zur Einstimmung darauf sehen wir zunächst den Beginn eines WDR-Adventskonzertes, das in der Kölner St. Maria-Himmelfahrtskirche stattfand.

In prächtiger Kulisse wird das schöne Adventslied: „Macht hoch die Tür!“ intoniert.

Liebe Schwestern und Brüder,

 

am Beginn des neuen Kirchenjahres möchte ich Ihnen einen Gruß senden. Der Advent ist wie ein neuer Aufbruch. Es ist ein Geschenk, dass wir jedes Jahr von neuem beginnen dürfen und den Weg unseres Herrn mitgehen können in der Feier des Kirchenjahres – von seiner Geburt durch sein Leiden hindurch zur Auferstehung an Ostern. Ja, das ist der tiefere Sinn des Kirchenjahres: dass wir das Mitgehen mit IHM lernen und immer tiefer einüben. Das Kirchenjahr ist das Zeitmaß und das Lebensmaß für jeden Christen. Es gibt uns den Rhythmus unseres Lebens vor.

 

Ich möchte mit Ihnen auf das folgende Bild schauen.

Es zeigt eine Krippe ganz eigener Art. Da ist kein Stall, da vermissen wir auch Ochs und Esel und auch die Hirten. Es ist ein besonderes Weihnachtsbild.

In einer Kugel hat der Künstler das Ereignis dargestellt. Sie erinnert sehr stark an die Weltkugel. Ist damit nicht etwas Wichtiges eingefangen? Die Menschwerdung des Gottessohnes ist ein Weltereignis – und sie geht die ganze Welt an. Die Welt ist heller und wärmer geworden – sie ist in ein neues Licht getaucht. Aus dem Dunkel des Alls kommt der Stern, den Gott aufgehen lässt und weist darauf hin, dass ER hier selbst am Werk ist. Seitdem zählen wir unsere Jahre „nach Christi Geburt“ und erinnern uns so daran, dass mit dem Kommen des Herrn sich unsere Zeiten gewendet haben und wir jeden Tag unter seinem Stern leben dürfen.

 

Liebe Schwestern und Brüder, viele vergessen heute die große Bedeutung des kommenden Festes. Es bleibt häufig nur ein gemütliches Familienfest übrig. Darum ist es wichtig, dass wir Christen daran erinnern, dass es an Weihnachten um die Geburt Jesu geht, der mit seinem Kommen diese Welt grundsätzlich verändert hat.

 

Sehen wir dazu jetzt einen Videoclip mit Bildern zum Fest der Geburt Christi und hören dazu das früher in Schlesien gern gesungene „Transeamus“, vorgetragen von den Augsburger Domsingknaben.

Es gab in ganz Schlesien wohl kaum eine Gemeinde, in der die Gläubigen in der mitternächtlichen Weihnachtsmette nicht Gelegenheit hatten, in das vom Kirchenchor vorgetragene, vielfach nur von der Orgel begleitete Transeamus innerlich einzustimmen.

 

Die meisten von Ihnen, die diesen Brief lesen, haben inzwischen viele Male Weihnachten gefeiert. Sie haben Erfahrungen mit diesem Fest aus der Zeit der Kindheit, aus der Zeit als die eigenen Kinder herangewachsen sind und aus der Gegenwart, in der Sie älter werden und manche von Ihnen das Haus nicht mehr verlassen können.

 

Ich wünsche Ihnen – wie auch immer – in diesem Jahr eine neue Erfahrung mit Weihnachten – es wird ganz sicher anders als im vergangenen Jahr.

Vergessen wir dabei eins nicht:

 

Weihnachten gibt es nur mit einer Zeit der Vorbereitung und Einstimmung.

 

In diesem Sinne möge uns allen eine gesegnete Adventszeit geschenkt werden, in der wir uns von Gott die Augen öffnen lassen für das, was er an der Welt und an jedem von uns bei seinem Kommen wirken möchte.

 

Der folgende Videoclip zur Adventszeit 2011, ein Projekt der KSG Jülich und des Mentorats im Bistum Essen, will dazu auffordern, die Vorbereitungs- und Einstimmungszeit auf Weihnachten nicht hektisch und unruhig, sondern etwas langsamer und in aller Ruhe anzugehen.

Die Freude des Weihnachtsfestes wünscht Ihnen in der Liebe Christi verbunden

 

Ihr Bischof

+ Wolfgang Ipolt