Lesen Sie nachfolgend den Bischofsbrief zum Advent 2012, den wir mit einigen passenden Bildern und Videoclips illustriert haben.

Liebe Schwestern und Brüder,

 

der Advent führt uns auch in diesem Jahr wieder hin zum Fest der Menschwerdung Gottes.

Dieses Fest ist bei vielen Menschen beliebt – wenn sie auch zunehmend den eigentlichen Sinn von Weihnachten nicht mehr verstehen. Aber irgendwie führen der Advent und das Weihnachtsfest Menschen zusammen. Oft gibt es an Weihnachten Familientreffen.

 

Ich hoffe, dass auch Sie von Ihren Kindern und Enkeln besucht oder zu einem weihnachtlichen Essen eingeladen werden. Die Zeit, die wir als Menschen füreinander haben, ist wohl – je älter man wird – ein umso kostbareres Geschenk.

 

"Weihnachten in Familie" war auch der Titel eines Liedes, das Frank Schöbel und Aurora Lacasa erstmals 1985 gesungen haben - nachfolgend in einer Aufnahme von 2011 zu hören:

Das alles hat etwas mit Weihnachten zu tun.

Gott wird Mensch, weil er uns und diese Welt nicht allein lassen möchte. Er interessiert sich für uns. Ich möchte es einmal so ausdrücken: Er wird Mensch, weil er ein sympathischer Gott ist.

 

Das Wort „Sympathie“ kommt von dem griechischen Wort „sympathein“. Dieses Wort bedeutet eigentlich „mit-leiden“. Wer mich versteht, wer Anteil nimmt an meinem Leben, ja, wer bereit ist, sogar ein Stück meiner Sorgen und Leiden mit mir zu tragen und nicht nur an sich denkt, der ist mir sympathisch. So gesehen ist Sympathie nicht nur ein vorübergehendes Gefühl, es ist eine kostbare Haltung.

 

Von Gott dürfen wir diese Haltung ohne zu zögern erwarten. Er zeigt seine Sympathie mit uns Menschen ganz besonders durch seine Menschwerdung, die wir an Weihnachten feiern. Wir sind ihm nicht gleichgültig. Gott teilt unser Leben, und ganz besonders das der Armen.

Gerade die Menschen in den Ländern, die nicht so wohlhabend sind wie wir, feiern darum sehr freudig und ausgelassen Weihnachten, während es bei uns eher ein besinnliches Fest ist.

 

Im folgenden Videoclip berichtet Prudence Tröger, eine Frau aus Kamerun, wie Weihnachten in ihrer Heimat gefeiert wird. Tanz und Musik, besondere Speisen und die Versöhnung spielen hier die wichtigste Rolle beim Fest des Friedens. 

Liebe Schwestern und Brüder, unser Heiliger Vater Papst Benedikt XVI. hat ein Jahr des Glaubens ausgerufen. Sicher haben Sie bereits davon gehört. Er hat die ganze Kirche eingeladen, sich tiefer mit den Inhalten unseres Glaubens zu beschäftigen und darüber sprechen zu lernen.

 

Wie es aussehen könnte, wenn ein Großvater mit seinem Enkel über die Inhalte unseres Glaubens, im konkreten Fall über die Weihnachtsgeschichte, spricht, zeigt der folgende Kurzfilm aus der Wuppertaler Schwebebahn.

Wäre das nicht auch eine schöne Aufgabe für Großeltern und ältere Menschen? Nehmen Sie wieder einmal ein religiöses Buch in die Hand und erzählen einfach anderen von dem, was Sie gelesen haben. Sie werden sehen: Damit haben Sie ein einfaches Glaubensgespräch begonnen. 

 

Gerade der Advent könnte ein schöner Anlass sein, sich wieder neu mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen. Ich lade Sie ein, im Jahr des Glaubens, öfter einmal das Glaubensbekenntnis zu sprechen – die Worte, die uns mit allen Christen verbinden – und dabei Gott zu danken für diesen Glauben. Denn: Wenn wir nicht glauben würden, dann könnten wir auch Weihnachten nicht aus ganzem Herzen feiern.

 

Wir hören jetzt eine gesungene Variante des Apostolischen Glaubensbekenntnisses und sehen dazu passende Bilder - ein Film von Raphael Bachmann (c) 2010.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein mit viel Freude erfülltes Weihnachten.

 

In der Liebe Christi verbunden grüßt Sie

 

Ihr Bischof